Der Fensterzyklus von Georg Meistermann

Mit sieben Fenstern von Georg Meistermann birgt die ehemalige Pfarrkirche Alt St. Ulrich in Frechen-Buschbell ein wertvolles Kleinod. Die zwischen 1943 und 1962 entstandenen Fenster zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken im sakralen Raum der Region und dokumentieren darüber hinaus eindrucksvoll die frühe Schaffensphase des später weltweit anerkannten Glasfenstermalers, dessen Arbeiten unter anderem in der Kölner Basilika St. Gereon oder im Dom zu Münster zu sehen sind.

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Wahre Farbensymphonien

Was macht die Bedeutung dieser Kirchenfenster aus? Als das Katharina- und das Michael-Fenster 1949 in der Buschbeller Pfarrkirche eingesetzt wurden, jubelte die „Neue Rhein Zeitung“: „Das Farbenspiel! Ja, darin zeigt sich der künstlerische Wert eines Kirchenfensters, in der Harmonie der Farben. Wir sprechen dann von Harmonie, etwa in der Musik, wenn ein Auseinander von Tönen, je reicher umso schöner, wieder ineinander zusammenklingt.“ Überwältigt gerade von der Farbigkeit und Harmonie des Theodor- und des Katharina-Fensters notierte der Reporter weiter: „Es sind wahre Farbensymphonien, eines noch reicher und lebendiger als das andere.“

Raumkunstwerk

Von Beginn an war klar, dass Meistermann ein Raumkunstwerk schaffen wollte: die einzelnen Fenster sollten untereinander in Beziehung stehen und auch mit dem Kirchenraum korrespondieren. So ist der Blick der Heiligen wenn nicht nach oben, zu Gott hin also, stets auf den Altar und das Kreuz, das Zentrum des Christlichen, hingerichtet.
Die Entwürfe für dieses Gesamtkonzept fertigte Meistermann in kurzer Folge in der zweiten Jahreshälfte 1944 an.

Die sieben Fenster von Georg Meistermann in Alt St. Ulrich haben eine wechselvolle, teilweise auch konfliktreiche Geschichte. Mit dem Abstand der Jahrzehnte jedoch erstrahlen sie als das, was sie sein sollten: wunderbare Kunstwerke zur Verherrlichung des christlichen Glaubens.